Sunday, November 28, 2010

Mein vierter Eintrag-November 10 1938




Heute ist ein trauriger Tag. Heute wurde unser ganzes Volk beleidigt. Tausende Judische Geschaefte, Synanogen, Wohnungen, und Friedhoefe in Bremen, und sogar im ganzen Deutschland wurden zerstoert. Das nationalsozialisticsche Regime hat jetz ueberhaupt keinen Respekt vor meinem Volk. Wir haben gehoert, dass die Nazis alle Juden angegriffen haben, die sie finden konnten. Man kann das gar nicht beschreiben. Sowas darf man doch nicht machen. Deswegen schreib ich hier in meinem Tagebuch, damit irgendwer es irgendwann lesen kann. Mein Papa ist am 22 Oktober gestorben. Ich verstehe zwar, dass es ihm gar nicht gut ging, aber trotzdem denke ich, dass er ueberleben haette koennen, wenn er die richtigen Medikamenten gehabt haette. Wir haben seit Jahren kaum irgendwas zu essen. Wir sind so ungesund, wie man das sich gar nicht vorstellen kann. Ich persoenlich weiss es nicht mehr, ob ich es noch laenger halten kann. Es ist die traurigste Zeit meines Leben. Sie haben uns total beschaemt. Ich hoffe, dass sie irgendwann erwischt und verurteilt werden. Die Nazis haben es mit ihrem Anti-semitismus verdient, zu 100 Jahren im Gefaengnis verurteilt zu werden. Hoffentlich werde ich und meine Mutter noch ueberleben. Ich habe Angst vorm Tod. Ich habe keine Lust, mit 18 Jahren zu sterben. Ich werde versuchen, mich demnaechst nochmal zu melden.

Auf Wierdersehen

Izhak Feist

Sunday, November 7, 2010

Mein dritter Eintrag-- October 5 1938


October 5 1938

Unsere Lage hat sich ueberhaupt nicht verbessert. Im Gegenteil geht es uns noch schlimmer als frueher. Es ist erstaunlich, wie die Nazis alles von uns weggenommen haben. Frueher ging ich noch mit meinen anderen deutschen Freunden zur Schule. Es hat mir richtig Spass gemacht, mit ihnen nach der Schule auf den Spielplatz zu gehen. Aber dann kamen die Nazis, die das deutsche Volk durch Gehirnwaesche zu Anstisemitismus gebracht haben. Im letzen Monat haben wir immer mehr ueber Konzentrationslagern gehoert. Da moechte ich auf keinen Fall hin. Als Juden duerfen wir also nichts machen, weil Hitler unsere Rechte ausser Kraft gesetz hat. Bei uns zu Hause gibt es immer weniger Essen. An manchen Tagen gibt es nur ein einziges Butterbrot fuer jeden. Meinem Papa geht es nicht so gut, weil er viel zu wenig Essen bekommt. Es ist richtig schwer, ohne Heizung in Bremen zu wohnen. Langsam kommt der Winter, und dafuer sind wir nicht bereit. Ich habe jeden Tag grosse Angst, weil ich nicht weiss, wie lange wir noch so leben koennen. Meine Mutter sagt immer zu mir, dass ich immer Hoffnung auf Freiheit haben soll. Das geht gar nicht, wenn man wie ein verfolgtes Tier leben muss. Ich habe auch nichts zu tun, deswegen habe ich immer Langeweile. Ich werde mich in den naechsten Tagen wieder mal melden.

Bis dann

Izhak Feist