
October 5 1938
Unsere Lage hat sich ueberhaupt nicht verbessert. Im Gegenteil geht es uns noch schlimmer als frueher. Es ist erstaunlich, wie die Nazis alles von uns weggenommen haben. Frueher ging ich noch mit meinen anderen deutschen Freunden zur Schule. Es hat mir richtig Spass gemacht, mit ihnen nach der Schule auf den Spielplatz zu gehen. Aber dann kamen die Nazis, die das deutsche Volk durch Gehirnwaesche zu Anstisemitismus gebracht haben. Im letzen Monat haben wir immer mehr ueber Konzentrationslagern gehoert. Da moechte ich auf keinen Fall hin. Als Juden duerfen wir also nichts machen, weil Hitler unsere Rechte ausser Kraft gesetz hat. Bei uns zu Hause gibt es immer weniger Essen. An manchen Tagen gibt es nur ein einziges Butterbrot fuer jeden. Meinem Papa geht es nicht so gut, weil er viel zu wenig Essen bekommt. Es ist richtig schwer, ohne Heizung in Bremen zu wohnen. Langsam kommt der Winter, und dafuer sind wir nicht bereit. Ich habe jeden Tag grosse Angst, weil ich nicht weiss, wie lange wir noch so leben koennen. Meine Mutter sagt immer zu mir, dass ich immer Hoffnung auf Freiheit haben soll. Das geht gar nicht, wenn man wie ein verfolgtes Tier leben muss. Ich habe auch nichts zu tun, deswegen habe ich immer Langeweile. Ich werde mich in den naechsten Tagen wieder mal melden.
Bis dann
Izhak Feist
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