Sunday, December 5, 2010

Mein letzer Eintrag-- Jan 2, 1942




Ich habe mein Tagebuch verloren. Ich habe das nach einigen Wochen gesucht aber leider habe ich es gar nicht gefunden. Es ist erstaunlich, wie ich es erst 4 Jahre nach meinem letzen Eintrag gefunden habe. So viele Sachen sind schon passiert. Bremen wird immer mehr und mehr bombardiert. Die Alliierten haben sich schon verstärkt. Achso, ich hatte es nicht erwähnt, dass der Zweite Weltkrieg angefangen hat. Deutschland hat Polen angegriffen, die von England und Frankreich unterstuetz wurde. Obwohl ich nicht viel vom Krieg mitbekomme, weiß ich, dass Deutschland schon auch gegen Amerika kämpft. Wir haben gehört, dass sie sehr stark sind und Deutschland erobern können. Bei mir zu Hause hat sich auch alles verändert. Mein Papa und meine Mutter sind schon gestorben. Sie waren ja schon alt und da wir niemals gutes Essen hatten, konnten sie auch nicht gesund bleiben. Es war die traurigste Zeit meines Lebens. Jetzt bin ich 22 Jahre alt schon. Ich habe kurz nach dem Tod meiner Mutter einen Jungen kennengelernt. Er ging mit mir zu der selben Schule. Ihn hatte ich schon damals gesehen. Er ist ein Deutscher und seine Familie war sehr reich. Obwohl die ganze Bevölkerung kein Geld mehr hat, hat seine Familie noch genug. Sie schicken mir Essen, Spiele, und besuchen mich. Meine Nachbarschaft ist mir treu geblieben. Sie haben mich nicht verraten. So habe ich die letzen 2 Jahre überlebt. Ich langweilige mich jeden Tag, doch ich weiß, dass ich froh sein muss, einfach weil ich noch leben darf. Hoffentlich ist der Krieg bald vorbei. Die Welt muss erfahren, was uns geschehen ist.

Itzhak Feist

Sunday, November 28, 2010

Mein vierter Eintrag-November 10 1938




Heute ist ein trauriger Tag. Heute wurde unser ganzes Volk beleidigt. Tausende Judische Geschaefte, Synanogen, Wohnungen, und Friedhoefe in Bremen, und sogar im ganzen Deutschland wurden zerstoert. Das nationalsozialisticsche Regime hat jetz ueberhaupt keinen Respekt vor meinem Volk. Wir haben gehoert, dass die Nazis alle Juden angegriffen haben, die sie finden konnten. Man kann das gar nicht beschreiben. Sowas darf man doch nicht machen. Deswegen schreib ich hier in meinem Tagebuch, damit irgendwer es irgendwann lesen kann. Mein Papa ist am 22 Oktober gestorben. Ich verstehe zwar, dass es ihm gar nicht gut ging, aber trotzdem denke ich, dass er ueberleben haette koennen, wenn er die richtigen Medikamenten gehabt haette. Wir haben seit Jahren kaum irgendwas zu essen. Wir sind so ungesund, wie man das sich gar nicht vorstellen kann. Ich persoenlich weiss es nicht mehr, ob ich es noch laenger halten kann. Es ist die traurigste Zeit meines Leben. Sie haben uns total beschaemt. Ich hoffe, dass sie irgendwann erwischt und verurteilt werden. Die Nazis haben es mit ihrem Anti-semitismus verdient, zu 100 Jahren im Gefaengnis verurteilt zu werden. Hoffentlich werde ich und meine Mutter noch ueberleben. Ich habe Angst vorm Tod. Ich habe keine Lust, mit 18 Jahren zu sterben. Ich werde versuchen, mich demnaechst nochmal zu melden.

Auf Wierdersehen

Izhak Feist

Sunday, November 7, 2010

Mein dritter Eintrag-- October 5 1938


October 5 1938

Unsere Lage hat sich ueberhaupt nicht verbessert. Im Gegenteil geht es uns noch schlimmer als frueher. Es ist erstaunlich, wie die Nazis alles von uns weggenommen haben. Frueher ging ich noch mit meinen anderen deutschen Freunden zur Schule. Es hat mir richtig Spass gemacht, mit ihnen nach der Schule auf den Spielplatz zu gehen. Aber dann kamen die Nazis, die das deutsche Volk durch Gehirnwaesche zu Anstisemitismus gebracht haben. Im letzen Monat haben wir immer mehr ueber Konzentrationslagern gehoert. Da moechte ich auf keinen Fall hin. Als Juden duerfen wir also nichts machen, weil Hitler unsere Rechte ausser Kraft gesetz hat. Bei uns zu Hause gibt es immer weniger Essen. An manchen Tagen gibt es nur ein einziges Butterbrot fuer jeden. Meinem Papa geht es nicht so gut, weil er viel zu wenig Essen bekommt. Es ist richtig schwer, ohne Heizung in Bremen zu wohnen. Langsam kommt der Winter, und dafuer sind wir nicht bereit. Ich habe jeden Tag grosse Angst, weil ich nicht weiss, wie lange wir noch so leben koennen. Meine Mutter sagt immer zu mir, dass ich immer Hoffnung auf Freiheit haben soll. Das geht gar nicht, wenn man wie ein verfolgtes Tier leben muss. Ich habe auch nichts zu tun, deswegen habe ich immer Langeweile. Ich werde mich in den naechsten Tagen wieder mal melden.

Bis dann

Izhak Feist

Monday, October 25, 2010

Mein zweiter Eintrag --Sepember 1, 1938


Sepember 1, 1938

Vieles ist geschehen, seitdem ich hier zulezt geschrieben habe. Wir haben keinen Anruf ueber einen moeglichen Auswanderungsplatz bekommen und deswegen sind wir immer noch in Bremen. Wenn es an uns liegen wuerde, waeren wir schon laengst ins Ausland gefluechtet. Wir duerfen gar nichts machen und wollen nicht mehr versteckt leben, sondern mit Freiheit und Gleichberechtigung. Die Lage bei uns hat sich nur verschlechtert. Wir haben mittlerweile andauernd Angst, erwischt zu werden. Wir haben immer weniger zum Essen weil wir nicht raus duerfen, um einkaufen zu gehen. Unsere Nachbarn passen auf uns auf und versuchen, uns immer Essen zu besorgen. Obwohl es eine sehr grosse Belohnung angeboten wird, wenn man Juden anzeigt, sind wir uns sicher, dass sie uns niemals varraten werden. Mein 60 jaehrige Papa ist schon etwas krank, und ohne genug Essen wird es ihm nicht besser gehen. Der Herbst in Norddeutschland hat schon angefangen und bei uns zu Hause haben wir keine Heizung mehr. Wenn wir die Heizung benutzen wuerden, koennten die Nazis erfahren, dass es doch Leute in unserem Haus gibt. Unser Haus sieht einsam aus, und unsere Nachbarn erzaehlen, dass wir schon ins Ausland gefluechtet sind. Ich hoffe, dass es weiter so bleibt. Wir hoeren immer geruechte ueber Juden, die schreckliche Sachen in den Konzentrationslagern erleben muessen. Ich muss mich aber jetz schon verabschieden, weil ich auf meinen Papa aufpassen muss. Ich melde mich dann, wenn ich wieder Zeit habe.

Izhak Feist

Thursday, October 7, 2010

Mein erster Eintrag-June 26, 1938




Mein name ist Itzhak Feist. Ich bin 18 Jahre alt und wohne in Bremen, Deutschland. Ich moechte jetz anfangen, mein eigenes Tagebuch zu schreiben, solange ich noch Zeit habe. Der Grund warum ich hier anfangen moechte ist, weil ich weiss, dass was uns gerade passiert, muss beschrieben werden, falls jemand in der Zukunt dieses Tagebuch mal lesen moechte. Ich habe keine Geschwister. Meine Eltern wohnen mit mir zu Hause. Seitdem Hitler an die Macht gekommen ist, haben die verrueckte Nazis Antisemitismus in Deutschland ueberall verbreitet. Das ganze Deutschland wird von ihnen beeinflusst und mittlerweile glauben alle an sie. Eigentlich haben sie langsam angefangen. Zuerst haben sie nur bisschen Stress gemacht, aber keiner hat gedacht, dass sie so schlau sind und dass ihr Hass gegen die Juden so gewaltig wird. Die meisten Juden meiner Umgebung sind schon ins Ausland gefluechtet. Viele Juden wurden schon weggenommen. Bisher weiss immer noch niemand, wie es ihnen geht oder wohin sie weggebracht wurden. Mein Papa hat versucht, uns eine Moeglichkeit zu finden, ins Ausland zu fluechten. Unsere Namen stehen noch auf einer Warteliste, aber es wird leider immer gesagt, dass die Laender ihre Einwanderungsquote fuer Juden nicht aendern wollen. Wir haben auch davon gehoert, dass die Gestapo alle Juden in der Stadt sucht. Sie, die gefunden werden, werden nie wieder gesehen. Deswegen haben wir alle viel Angst. Ich hoffe, dass ich in den naechsten Wochen wieder Zeit zum schreiben habe.